Die zentralen Thesen
- Weniger autistische Erwachsene als nicht-autistische Erwachsene gaben an, mindestens drei Tage die Woche getrunken zu haben, während nicht-autistische Erwachsene doppelt so häufig Alkohol trinken wie nicht-autistische Erwachsene.
- Es gab keine Unterschiede beim Substanzkonsum zwischen autistischen und nicht-autistischen Frauen, aber autistische Männer berichteten seltener als nicht-autistische Männer über jeglichen Konsum von Freizeitsubstanzen.
- Qualitative Untersuchungen ergaben, dass autistische Erwachsene fast neunmal häufiger als nicht-autistische Erwachsene angaben, Freizeitdrogen zur Behandlung unerwünschter Symptome zu konsumieren.
Für viele kann der Konsum von Freizeitdrogen hilfreich sein, um mit psychischen Erkrankungen fertig zu werden. Und eine kürzlich in The Lancet Psychiatry veröffentlichte Studie von Forschern der Cambridge University ergab, dass, obwohl autistische Personen weniger wahrscheinlich psychoaktive Substanzen konsumieren, diejenigen, die dies tun, sich eher selbst gegen psychische Symptome behandeln.
Autismus wird so oft missverstanden, dass das Autism Self Advocacy Network (ASAN) nichts über uns ohne uns als Motto hat. Aufgrund von Missverständnissen über Autismus können autistische Menschen mit einzigartigen Barrieren bei der Unterstützung der psychischen Gesundheit konfrontiert sein.
Diese Forschung unterstreicht die Notwendigkeit einer größeren Akzeptanz von Autismus, damit diejenigen, die mit psychischen Problemen konfrontiert sind, ihre Bedürfnisse befriedigen können.
Die Studium
In einer Online-Umfrage gaben 1.183 autistische und 1.203 nicht-autistische Personen im Alter von 1690 Jahren selbst die Häufigkeit ihres Substanzkonsums an, während 919 Teilnehmer auch detaillierteres Feedback zum Konsum gaben.
Obwohl autistische Erwachsene insgesamt weniger wahrscheinlich als nicht-autistische Personen Substanzen wie Alkohol oder Drogen konsumierten, berichteten autistische Erwachsene fast 9-mal häufiger als nicht-autistische Gleichaltrige über Freizeitdrogenkonsum zur Behandlung von Symptomen einer psychischen Erkrankung.
In der Studie wurde auch die soziale Tarnung diskutiert, das Verhalten zu ändern, um Symptome von Autismus in sozialen Situationen zu maskieren, als ein Grund, warum autistische Personen zum Substanzkonsum hingezogen werden. Alkohol und Drogen können Angstzustände lindern und es Autisten ermöglichen, ihr Verhalten zu ändern, um sich anzupassen.
Autistische Menschen verdienen eine gerechte Versorgung
Psychologin Marcia Eckerd, PhD, sagt: Die Leute denken nicht, dass Autisten Gefühle haben, aber nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Sie haben tiefe Gefühle. Wenn autistische Erwachsene ihre Angst, Depression, sensorischen Probleme und Hoffnungslosigkeit selbst behandeln, sind sie viermal wahrscheinlicher als nicht-autistische Benutzer für Abhängigkeit, Sucht und Selbstmord gefährdet.
Sie haben tiefe Gefühle und sind anfälliger für Depressionen, Angstzustände und Selbstmordgedanken als die allgemeine Bevölkerung.
Aus diesem Grund hebt Eckard hervor, wie die Forschung das Versagen des gegenwärtigen sozialen und medizinischen Systems betont, die dringenden unerfüllten Bedürfnisse autistischer Menschen zu befriedigen, die zur Selbstbehandlung von Schmerzen auf Substanzkonsum zurückgreifen.
Eckard sagt, Autisten konsumieren Alkohol und Drogen, um psychische Probleme wie Angstzustände, Depressionen und emotionale Überlastung zu tolerieren. Ohne Zugang zu psychiatrischer Versorgung besteht ein größeres Risiko für eine Abwärtsspirale von psychischen Problemen und eine höhere Selbstmordrate.
Eine größere Akzeptanz von Autismus ist erforderlich
Die in New York ansässige autistische Psychotherapeutin Sharon Kaye-OConnor, MSW, LCSW, sagt: Die Studie berührt den wichtigen Punkt, dass das Maskieren und Tarnen autistischer Merkmale katastrophale Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Autisten haben kann. Autistische Maskierung kann zu autistischem Burnout führen.
Es besteht ein größerer Bedarf an Akzeptanz und Verständnis, da OConnor eine Abkehr von der Ideologie empfiehlt, dass autistische Merkmale etwas sind, das versteckt oder verändert werden sollte. Einige Autisten können sich selbst behandeln, um mit den Stressfaktoren des Lebens in einer neurotypischen Welt fertig zu werden, die nicht auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist, sagt sie.
Die Lücken im aktuellen Wissen unterstreichen die Bedeutung autistischer Stimmen für die Förderung des Verständnisses von Autismus und der Nuancen des autistischen Lebens.
OConnor sagt: Wenn einige autistische Menschen mit Hindernissen für eine autismus-informierte psychiatrische Versorgung konfrontiert sind, versuchen sie möglicherweise, ihre Kämpfe selbst zu bewältigen. Einige autistische Menschen können sich aufgrund von Schwierigkeiten beim Zugang zu einer über Autismus informierten Gesundheitsversorgung selbst behandeln. Es bleibt eine Herausforderung, Anbieter von psychischen Gesundheitsdiensten zu finden, die die autistische Erfahrung der Welt verstehen.
Die autistische Erfahrung wird so oft missverstanden und fehlinterpretiert, dass OConnor hervorhebt, wie Zusammenbrüche mit Wutanfällen oder schlechtem Verhalten verwechselt werden können, während sensorische Probleme wie Angst und autistisches Burnout mit Depressionen verwechselt werden können. Es besteht ein immenser Bedarf an mehr Verständnis und Akzeptanz für autistische Unterschiede, sagt sie.
OConnor erklärt, dass viele autistische Menschen versuchen könnten, ihre Kämpfe alleine zu bewältigen, bis ein besseres professionelles und gemeinschaftliches Verständnis der autistischen Erfahrung vorliegt. Die Lücken im aktuellen Wissen unterstreichen die Bedeutung autistischer Stimmen für das Verständnis von Autismus und die Nuancen des autistischen Lebens, sagt sie.
Was das für Sie bedeutet
Diese Forschung zeigt, dass autistische Personen, die Substanzen konsumieren, dies viel eher tun, um unerwünschte Symptome von psychischer Gesundheit und Autismus selbst zu behandeln. Eine größere Akzeptanz von Autismus ist entscheidend, um einen gleichberechtigten Zugang zur Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Die Stimmen von Autisten müssen verstärkt werden.