Die zentralen Thesen
- Über sechs Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten haben Demenz.
- Eine neue Studie untersuchte die Auswirkungen von Roboterkatzen auf ältere Demenzpatienten.
- Über 12 Interaktionen verbesserte sich die Stimmung der Patienten.
Demenz tritt immer häufiger auf, wobei weltweit schätzungsweise 55 Millionen Menschen an der Krankheit leiden. Nach Angaben der Alzheimers Association leiden über sechs Millionen Menschen in Amerika an der Alzheimer-Krankheit, der häufigsten Ursache für Demenz. Die Zahl wird sich laut Forschern bis 2050 auf fast 13 Millionen mehr als verdoppeln.
Gegenwärtig ist Demenz nicht heilbar, und die Behandlung konzentriert sich auf die Behandlung potenzieller Symptome wie Kommunikationsschwierigkeiten, Agitiertheit, Depression und Verwirrung. Während die Bewältigungsmechanismen vielfältig sind, kommt eine unerwartete Option in überraschender Form: Roboter-Haustiere.
Das Versprechen eines pelzigen Roboterbegleiters
Eine aktuelle Studie von Issues In Mental Health Nursing untersuchte die Auswirkungen der Versorgung von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Demenz mit interaktiven Roboterkatzen. Die Forscher gaben 12 erwachsenen Tagespflegepatienten ihre eigene Katze, die jeder Patient benannte. Interaktionen mit den Katzen fanden in Gruppen viermal pro Woche für insgesamt 12 Sitzungen statt.
Die Stimmung aller Teilnehmer verbesserte sich und über die Hälfte der Teilnehmer verzeichnete einen leichten bis moderaten Aufschwung in Aufmerksamkeit, Sprache und Registrierung. Das Roboterhaustier bringt Komfort, Kameradschaft und verringert Stress, während es dem Individuum hilft, sich zu entspannen und sich ruhig zu fühlen. Während es Einsamkeit verhindert, kann es auch Depressionen reduzieren und die Sozialisations- und Kommunikationsfähigkeiten verbessern, sagt Dr. Holly Schiff, PsyD, eine zugelassene klinische Psychologin bei Jewish Family Services of Greenwich.
Roboter spielen eine Rolle als Gefährten des Menschen, insbesondere in Situationen, wie wir sie während der Pandemie erlebt haben.
Roboter spielen eine Rolle als Gefährten des Menschen, insbesondere in Situationen, wie wir sie während der Pandemie erlebt haben, sagt Dr. Sandra Peterson, DNP, Senior Health and Wellness Consultant bei Pegasus Senior Living. Für ältere Menschen, die isoliert und allein sind, kann der Roboter ohne Interaktion mit Menschen von großem Komfort sein.
Peterson verfasste 2016 eine ähnliche Studie, in der festgestellt wurde, dass ein Roboter-Babyrobbenhaustier die Angst, den Stress und die Einnahme von psychoaktiven und Schmerzmitteln bei älteren Demenzpatienten verringert. Während der Pandemie brachte sie ein desinfiziertes Robotersiegel mit, um mit den unter Quarantäne gestellten Bewohnern zu interagieren. Der Roboter bot den Bewohnern eine sichere Interaktion und ermöglichte ihnen, sich zu umarmen und auf eine Weise zu interagieren, die wir Menschen in dieser Zeit nicht konnten, sagt sie. Sogar diejenigen mit ziemlich signifikanten kognitiven Beeinträchtigungen interagierten, einige hielten das Gerät ruhig und weinten oder sprachen mit dem Roboter über ihre Gefühle. Peterson hat herausgefunden, dass sich nur wenige Menschen dafür entscheiden, während dieser Besuche nicht mit dem Roboter-Haustier zu interagieren.
Robotertiere haben einzigartige Vorteile
Die Idee, ein lebendes Haustier durch ein Robotertier zu ersetzen, mag zwar etwas steril erscheinen, es gibt jedoch weitreichende Vorteile.
Zunächst einmal sind echte Haustiere in Pflegeheimen oder anderen Pflegezentren möglicherweise nicht willkommen. Auch die Pflege von Haustieren kann für Menschen mit Demenz schwierig sein. Sie können Dinge wie Essen, Wasser und das Reinigen einer Katzentoilette vergessen oder haben nicht die Mobilität. Sie sind möglicherweise nicht in der Lage, ein krankes oder verletztes Tier zu einem Tierarzt zu bringen, sagt Dr. Aimee Daramus, klinische Psychologin und Autorin von Understanding Bipolar Disorder.
Schiff fügt hinzu, dass ein weiterer Vorteil von Roboter-Haustieren in der einfacheren Verwendung von Technologien liegt, die in anderen Gesundheitsbereichen häufiger als je zuvor eingesetzt werden.
Forscher haben keine negativen Auswirkungen von Roboter-Haustierbegleitern für Menschen mit Demenz festgestellt. Schiff warnt jedoch davor, dass die Dinge schwierig werden können, wenn eine Person glaubt, dass das Tier echt ist und gestresst ist, sich um es zu kümmern.
Das Roboterhaustier bringt Komfort, Kameradschaft und verringert Stress, während es dem Individuum hilft, sich zu entspannen und sich ruhig zu fühlen. Es beugt Einsamkeit vor, kann aber auch Depressionen reduzieren und die Sozialisations- und Kommunikationsfähigkeiten verbessern.
Menschen mit anderen chronischen Erkrankungen wie der Autismus-Spektrum-Störung können ebenfalls von Roboter-Haustieren profitieren. In einer Studie aus dem Jahr 2019 verglichen Forscher die Auswirkungen lebender Hunde mit denen von Robotern für Kinder und Erwachsene. Bei Erwachsenen gab es keinen Unterschied zwischen den beiden in der Förderung des sozialen Kommunikationsverhaltens.
Ähnlich wie Menschen mit Demenz haben viele Menschen möglicherweise keinen Zugang zu oder die Möglichkeit, sich um ein Haustier zu kümmern. Wie Daramus erklärt, ist die Tiertherapie für Menschen mit Entwicklungsstörungen oder chronischen psychischen Erkrankungen gut etabliert, aber Sie haben einige der gleichen Probleme, sicherzustellen, dass das Tier gut versorgt ist und herauszufinden, was zu tun ist, wenn jemand in einer anderen Umgebung lebt Zuhause, in dem Haustiere nicht erlaubt sind. Robotertiere können ähnliche Wirkungen haben, ohne die gleichen Hindernisse wie lebende. Es sind jedoch weitere Studien erforderlich, um die Auswirkungen zu bestimmen.
Was das für Sie bedeutet
Weitere Forschung ist erforderlich, um zu sehen, ob Roboter-Haustiere für Demenzpatienten langfristige Vorteile bieten. Wenn jemand in Ihrem Leben an Demenz leidet, sollten Sie erwägen, ein Roboterhaustier für sie zu kaufen oder mit Ihrem Arzt über die Option zu sprechen.