Der Fehlinformationseffekt bezieht sich auf die Tendenz, dass Informationen nach dem Ereignis die Erinnerung an das ursprüngliche Ereignis stören. Forscher haben gezeigt, dass selbst die Einführung relativ subtiler Informationen nach einem Ereignis einen dramatischen Einfluss darauf haben kann, wie sich Menschen erinnern.
Der Fehlinformationseffekt kann zu ungenauen Erinnerungen führen und in einigen Fällen zur Bildung falscher Erinnerungen führen.
Der Desinformationseffekt veranschaulicht, wie leicht Erinnerungen beeinflusst werden können. Es gibt auch Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Gedächtnisses, insbesondere wenn die Erinnerungen von Augenzeugen (Augenzeugenaussagen) verwendet werden, um kriminelle Schuld festzustellen.
Überblick
Die Arbeit der Psychologin Elizabeth Loftus und ihrer Kollegen hat gezeigt, dass die Fragen, die einer Person gestellt wird, nachdem ein Ereignis Zeuge wurde, tatsächlich einen Einfluss auf die Erinnerung der Person an dieses Ereignis haben können.
Wenn eine Frage irreführende Informationen enthält, kann sie die Erinnerung an das Ereignis verzerren, ein Phänomen, das Psychologen als "Fehlinformationseffekt" bezeichnet haben.
Loftus erklärte: "Der Fehlinformationseffekt bezieht sich auf die Beeinträchtigung des Gedächtnisses für die Vergangenheit, die nach der Exposition gegenüber irreführenden Informationen auftritt."
Forschung
In einem berühmten Experiment von Loftus wurde den Teilnehmern Videoaufnahmen eines Verkehrsunfalls gezeigt. Nach dem Anschauen des Clips wurden den Teilnehmern eine Reihe von Fragen zu dem, was sie beobachtet hatten, gestellt, ähnlich wie Polizisten, Unfallermittler und Anwälte einen Augenzeugen befragen könnten.
Eine der gestellten Fragen lautete: "Wie schnell fuhren die Autos, als sie sich trafen?" In einigen Fällen wurde jedoch eine subtile Änderung vorgenommen; Stattdessen wurden die Teilnehmer gefragt, wie schnell die Autos fuhren, wenn sie ineinander "krachen".
Die Forscher fanden heraus, dass die einfache Verwendung des Wortes "zertrümmert" anstelle von "Treffer" die Erinnerung der Teilnehmer an den Unfall ändern könnte.
Eine Woche später wurden den Teilnehmern erneut eine Reihe von Fragen gestellt, darunter "Haben Sie Glasscherben gesehen?"
Die meisten Teilnehmer antworteten richtig mit Nein, aber diejenigen, denen im Erstinterview die "zertrümmerte" Version der Frage gestellt wurde, glaubten eher fälschlicherweise, tatsächlich Glasscherben gesehen zu haben.
Wie kann eine so kleine Änderung zu so unterschiedlichen Erinnerungen an denselben Videoclip führen? Experten vermuten, dass dies ein Beispiel für den Fehlinformationseffekt bei der Arbeit ist.
Dieses Gedächtnisphänomen tritt auf, wenn irreführende oder falsche Informationen in das Gedächtnis eingebracht werden und sogar zur Bildung falscher Erinnerungen beitragen.
Warum der Fehlinformationseffekt auftritt
Warum tritt der Fehlinformationseffekt auf? Es gibt verschiedene Theorien.
- Eine Erklärung ist, dass die ursprünglichen Informationen und die irreführenden Informationen, die im Nachhinein präsentiert werden, im Gedächtnis vermischt werden.
- Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass die irreführenden Informationen tatsächlich die ursprüngliche Erinnerung an das Ereignis überschreiben.
- Forscher haben auch vorgeschlagen, dass die irreführenden Informationen, da sie im Gedächtnis aktueller sind, leichter abzurufen sind.
- In anderen Fällen wurden die relevanten Daten des ursprünglichen Ereignisses möglicherweise nie im Gedächtnis kodiert, so dass irreführende Informationen in die mentale Erzählung integriert werden, um diese "Lücken" im Gedächtnis zu füllen.
Beeinflussende Faktoren
Untersuchungen haben gezeigt, dass es mehrere Faktoren gibt, die zum Fehlinformationseffekt beitragen können und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass falsche oder irreführende Informationen Erinnerungen an Ereignisse verzerren.
- Besprechung des Ereignisses mit anderen Zeugen. Nach einem Ereignis mit anderen Zeugen zu sprechen, kann die ursprüngliche Erinnerung einer Person verzerren. Berichte anderer Zeugen können mit der ursprünglichen Erinnerung einer Person an ein Ereignis in Konflikt geraten. Die neuen Informationen können die ursprüngliche Erinnerung eines Zeugen an die Ereignisse, wie sie sich ereigneten, umgestalten oder verzerren.
- Nachrichtenberichte. Auch das Lesen von Nachrichten und das Anschauen von Fernsehberichten über einen Unfall oder ein Ereignis können zum Fehlinformationseffekt beitragen. Die Leute vergessen oft die ursprüngliche Informationsquelle, was bedeutet, dass sie fälschlicherweise glauben könnten, dass eine Information etwas war, das sie persönlich beobachtet haben, während sie in Wirklichkeit etwas war, das sie in einem Nachrichtenbericht nach der Veranstaltung gehört haben.
- Wiederholte Exposition gegenüber Fehlinformationen. Je häufiger Menschen irreführenden Informationen ausgesetzt sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie fälschlicherweise glauben, dass die Fehlinformationen Teil des ursprünglichen Ereignisses waren.
- Zeit. Wenn die irreführenden Informationen einige Zeit nach dem ursprünglichen Speicher präsentiert werden, ist es wahrscheinlich, dass sie im Speicher viel leichter zugänglich sind. In diesen Fällen sind die irreführenden Informationen viel einfacher abzurufen, wodurch der Abruf der ursprünglichen, korrekten Informationen effektiv verhindert wird.
Ein Wort von Googlawi
Der Fehlinformationseffekt kann tiefgreifende Auswirkungen auf unser Gedächtnis haben. Was kann verhindern, dass eingreifende Informationen und Ereignisse Erinnerungen verändern oder sogar falsche Erinnerungen erzeugen? Die Erinnerung an ein wichtiges Ereignis unmittelbar nach dessen Eintreten aufzuschreiben, ist eine Strategie, die dazu beitragen kann, die Auswirkungen zu minimieren. Das heißt, selbst diese Strategie kann subtile Fehler einführen und das Schreiben dieser Fehler wird sie weiter in Ihrem Gedächtnis festigen.
Sich bewusst zu sein, dass Sie anfällig für Einflüsse auf Ihr Gedächtnis sind, ist eine hilfreiche und wichtige Strategie. Auch wenn Sie ein gutes Gedächtnis haben, sollten Sie verstehen, dass jeder von dem Fehlinformationseffekt betroffen sein kann.