Mikroskopische Kolitis ist ein Überbegriff, der zwei ähnliche, aber unterschiedliche Erkrankungen abdeckt: kollagene Kolitis und lymphozytäre Kolitis. Obwohl sie Kolitis in ihrem Namen haben, stehen diese Erkrankungen nicht im Zusammenhang mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn (gemeinsam bekannt als entzündliche Darmerkrankung oder IBD). "Kolitis" bezieht sich auf eine Entzündung im Dickdarm, die ein Zeichen für eine mikroskopische Kolitis ist.
Die am häufigsten mit kollagener Kolitis diagnostizierte Gruppe sind Menschen über 50. Die Erkrankung betrifft tendenziell mehr Frauen als Männer. Das durchschnittliche Erkrankungsalter der lymphatischen Kolitis liegt bei Menschen über 60, auch hier scheinen Frauen etwas häufiger betroffen zu sein als Männer.
Mikroskopische Kolitis wurde nicht umfassend erforscht, daher ist noch nicht bekannt, wie häufig sie sein könnte. Obwohl die Symptome belastend sein können, ist dieser Zustand sehr gut behandelbar und klärt sich manchmal von selbst auf.
Ursachen
Die Ursache der mikroskopischen Kolitis ist derzeit unbekannt; es ist eine idiopathische Krankheit. Eine Theorie besagt, dass die Verwendung von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs, wie Ibuprofen) oder Protonenpumpenhemmern (PPIs, wie Lansoprazol), Statinen und selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs, wie Zoloft) dazu beitragen kann Entwicklung einer mikroskopischen Kolitis. Eine andere Theorie besagt, dass mikroskopische Kolitis durch eine Autoimmunreaktion verursacht wird, bei der das Immunsystem des Körpers andere Gewebe im Körper angreift. Schließlich wird das Rauchen als ein weiterer wichtiger Faktor bei der Entwicklung dieser Erkrankung angesehen.
Es wird auch angenommen, dass Bakterien oder Viren eine Rolle bei der Entwicklung einer mikroskopischen Kolitis spielen können. Bis jetzt sind der genaue Zusammenhang und der Mechanismus dieser Ursache unbekannt.
Anzeichen und Symptome
Die typischen Symptome der mikroskopischen Kolitis sind chronischer, wässriger Durchfall, der manchmal von Krämpfen und Bauchschmerzen begleitet wird. Durchfall kann von kontinuierlicher und schwerer bis hin zu intermittierender Natur reichen. Blut im Stuhl, das ein häufiges Zeichen für Colitis ulcerosa und manchmal für Morbus Crohn ist, ist kein Zeichen für eine mikroskopische Kolitis. Blut im Stuhl ist ein Grund, sofort einen Arzt aufzusuchen.
Andere Symptome einer mikroskopischen Kolitis können Fieber, Gelenkschmerzen und Müdigkeit sein. Diese Symptome können auf den Entzündungsprozess zurückzuführen sein, der Teil einer Autoimmunerkrankung oder einer immunvermittelten Erkrankung ist.
Diagnose
Bei der mikroskopischen Kolitis erscheint das Innere des Dickdarms beim Anblick im Allgemeinen normal. Daher können während einer Koloskopie oder einer Sigmoidoskopie keine Anzeichen für eine Krankheit gefunden werden. Bei einigen Patienten kann es im Dickdarm zu Schwellungen oder Rötungen kommen, die jedoch schwer zu erkennen sind.
Um eine Diagnose stellen zu können, müssen bei einer Koloskopie mehrere Biopsien aus dem Dickdarm entnommen werden. Diese Biopsien stammen vorzugsweise aus verschiedenen Bereichen des Dickdarms. Die charakteristischen Anzeichen der Krankheit können dann mikroskopisch auf Biopsiegewebe gesehen werden, daher der Name der mikroskopischen Kolitis.
Kollagen ist eine Substanz, die normalerweise unter der Dickdarmschleimhaut vorhanden ist. Bei kollagener Kolitis zeigt das Biopsiegewebe unter der Dickdarmschleimhaut größere Mengen an Kollagen als normal. Eine Biopsie kann auch eine erhöhte Anzahl von Lymphozyten einer Art von weißen Blutkörperchen zeigen.
Bei lymphozytärer Kolitis zeigt die Untersuchung einer Biopsie eine erhöhte Anzahl von Lymphozyten im Dickdarmgewebe. Das Fehlen von Kollagen im Biopsiegewebe ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Diagnose lymphozytäre Kolitis und nicht kollagene Kolitis lautet.
Behandlung
Einige Fälle von mikroskopischer Kolitis können ohne spezifische Behandlung von selbst verschwinden. Die erste Verteidigungslinie für alle Patienten besteht darin, NSAIDs zu vermeiden oder andere schuldige Medikamente abzusetzen und gegebenenfalls mit dem Rauchen aufzuhören.
In Fällen, in denen ein medizinischer Eingriff erforderlich ist, kann die Behandlung zunächst mit der Zugabe von Ballaststoffen zur Nahrung begonnen werden. Zu den Ballaststoffergänzungen gehören Flohsamen, Methylcellulose oder Polycarbophil, die rezeptfrei in Drogerien erhältlich sind. Da das Hauptsymptom der mikroskopischen Kolitis chronischer Durchfall ist, kann die Behandlung auch ein Medikament gegen Durchfall wie Loperamid oder Diphenoxylat umfassen.
Bei schwereren Fällen von mikroskopischer Kolitis können auch Antibiotika oder entzündungshemmende Medikamente verschrieben werden.
Bei Patienten mit weniger als drei Stuhlgängen pro Tag wird häufig Imodium A-D (Loperamid) verwendet. Bei Patienten mit mehr als drei Stuhlgängen pro Tag ist Pulmicort (Budesonid) das Mittel der Wahl. Alle Patienten, die auf diese Erstlinienbehandlungen nicht ansprechen, sollten Prednison (ein Kortikosteroid), Mesalamin und Cholestyramin in Betracht ziehen.
Kortikosteroide wie Prednison sollten abgesetzt werden, sobald die Symptome unter Kontrolle sind. Bei Bedingungen einer refraktären (sehr resistenten) mikroskopischen Kolitis können Ärzte die Verwendung biologischer Wirkstoffe wie Anti-Tumor-Nekrose-Faktoren (TNF) und Immunmodulatoren in Betracht ziehen.